Als ich damals mit der Fotografie angefangen habe, habe ich mir immer diese, meiner Meinung nach krassen Bilder von anderen Fotografen angesehen und habe mir gedacht: „Das will ich auch können! „. Der nächste Schritt war im Prinzip mein erster Fehler: Ich habe nach einer guten Kamera gesucht und musste feststellen, dass mein Lehrlingslohn gerade mal fürs Essen reicht. Meine Schwester hatte aber noch eine etwas ältere Digitalkamera, die sie von ihrem Onkel geschenkt bekommen hatte. Diese Nikon Coolpix war für den Einstieg gar nicht Mal so schlecht.

Tipps für Anfänger Céline

Konnte ich das Objektiv wechseln? Nein. Aber musste ich das?

Es hätte bestimmt geholfen, aber wenn man mit dem Fotografieren anfangt, lohnt es sich, zuerst mit der Kamera herumzuexperimentieren. Lernt die verschiedenen Einstellungen kennen, probiert sie aus und bereits nach kurzer Zeit wisst Ihr, wann ihr welche Einstellung verwenden könnt. Setzt Euch aber gleichzeitig mit Euren Zielen auseinander. Versucht zum Beispiel ein Bild, welches Euch sehr gefällt, nachzumachen. Die Überlegungen, die Ihr dabei macht, sind nichts anderes als ein Lernprozess. Dabei werdet Ihr auch irgendwann an einen Punkt kommen, wo man ansteht. Sei es die nicht ausreichende Technik oder die noch fehlende Erfahrung. An diesem Punkt entsteht das eigentlich Wichtige (sofern Ihr ab hier nicht aufgebt). Man fängt an zu improvisieren. Ihr sucht nach der für Euch perfekten Lösung und bringt damit Eure eigene Handschrift ins Spiel. Diese wird dann gerade durch solche Situation immer mehr in Eure Bilder einfliessen.

Was man bei vielen Einsteigern beobachtet ist, dass Sie einfach den Zoom verwendet statt zwei Schritte nach vorne/hinten zu gehen. Anstatt den Bildausschnitt mit dem Zoom zu verändern, empfehle ich Euch, zu Beginn die Zoom-Funktion links liegen zu lassen. Bewegt Euch um Euer Motiv. Versucht, verschiedene Blickwinkel aus und traut Euch auch etwas näher ranzugehen. Es ist egal, ob der Passant nebenan sich denkt „Was macht denn die/der da?“. Ihr macht das Bild von Eurem Motiv, und ausserdem kann man das „Gaffen“ eh nicht verhindern. Macht Euch darum keine Gedanken darüber, ob Ihr mit der Kamera bescheuert da steht. Am Ende zählt nur das Resultat.

Weshalb rate ich Euch zu Beginn vom Zoom ab?

Der Punkt beim Zoom ist, dass die Brennweite des Objektives verändert wird. Das bedeutet, dass Ihr zum beim Rauszoomen plötzlich einen Weitwinkel (z.B 14 mm) verwendet. Oder dass Ihr beim Zoomen plötzlich auf eine Porträt-Brennweite (z.B 80 mm) trefft. Dadurch verändert sich natürlich die Wirkung Eures Bildes. Aus diesem Grund empfehle ich beim Einstieg eine Festbrennweite (50 mm), sofern das Budget dies ermöglicht. Die Zoom-Funktion ist dadurch nicht möglich und man ist gezwungen sich zu bewegen. Hinzukommt noch ein kleiner Vorteil von Festbrennweiten: Sie sind meistens besser verarbeite Objektive, da sie für ihre Brennweite optimiert sind. Anders als bei einem Zoom-Objektiv müssen dann keine Qualitätseinbussen in Kauf genommen werden.

Falls Ihr Euch nun fragt, welche Brennweite die Richtige sein könnte. Für den Anfang ist eigentlich alles zwischen 30 mm bis 80 mm Brennweite völlig in Ordnung.

Tipps für Anfänger Dako
Tipps für Anfänger Dako

Die Wahl des Equipments

Welche Kamera Ihr verwendet und welches Objektiv Ihr beim Fotoshooting verwendet ist extrem wichtig. Es bringt Euch nichts, wenn Ihr einen Weitwinkel mit Euch herumtragt, aber Porträtfotos erstellen sollt. Anders formuliert: Während der Pre-Production erarbeitet Ihr bereits die Art der Fotos, welche Ihr machen werdet. Anhand Eurer Vorstellung geht es dann darum, dass Ihr diese auch umsetzt. Dazu benötigt man zwingend das richtige Equipment.

Nur leider wird es hier für Einsteiger oftmals schnell unübersichtlich. Welches Objektiv eignet sich denn am besten? Kann ich ein Makro-Objektiv auch für die Peoplefotografie verwenden?

Objektiv-Art

Grundsätzlich fängt es bei der Auswahl des Objektives mit der Brennweite an. Hierbei wird folgende Einteilung gemacht (Angaben gemäss meiner Ausbildung):

Super-Weitwinkel und Fischauge > 6 mm – 18 mm
Lohnen sich besonders bei Aufnahmen, in welchen man einen möglichst grossen Ausschnitt auf dem Bild haben möchte. Zum Beispiel Panoramafotos.

Weitwinkel > 20 mm – 28 mm
Der „normale“ Weitwinkel wird öfters für Architektur-, Immobilien- und Landschaftsfotos verwendet. In Immobilienbereich sorgt der Weitwinkel dafür, dass der Raum grösser erscheint, als dass er in Wahrheit ist. Hotel-Webseiten nutzen unter anderem diesen Trick aus, um die Zimmer attraktiver und grösser zu gestalten. Prinzipiell lohnen sich Weitwinkel weniger für das Fotografieren von Gesichtern, da Sie aufgrund der Bauweise des Objektivs das Gesicht in die Länge-/Breite verzerren. Das gilt allerdings nur, wenn man direkt vor der Kamera steht. Wenn der Abstand gross genug ist, ist die Verzerrung nicht mehr so stark.

Normal > 35 mm – 60 mm
Die „normale“ Brennweite verwendet man im Alltag am meisten. Hierbei entsteht nur eine minimale Verzerrung durch das Objektiv und 50 mm entsprechen ungefähr dem Blickwinkel des Auges. Soll heissen, sie lohnt sich für Porträt und Alltagsfotos und ist für den Einstieg in die Fotografie gut geeignet. Die normale Brennweite wird bei meinen Fotos praktisch immer verwendet.

Teleobjektiv > 80 mm – 300 mm
Das Teleobjektiv wird meistens für Porträt- und Sportfotografie verwendet. Der Zoom ermöglicht und vereinfacht es, dass man weiter entfernte Objekte problemlos fotografieren kann.

Super-Teleobjektiv > 400 mm – 800 mm
Ein Super-Teleobjektiv sieht man hauptsächlich im Sportbereich oder bei Fotografen, die Tiere von sehr weiter Entfernung fotografieren und ist für den „normalen“ Fotografiebedarf eher nicht zu empfehlen.

Tipps für Anfänger Diana
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Die richtige Software zum Bearbeiten der Fotos

Das Fotografieren ist leider nicht die ganze Arbeit. Bei Nachbearbeitung gibt es Tausende von Möglichkeiten und Hunderte Softwareanbieter. Hierbei ist es nicht ganz einfach, die richtige Software zu finden. Ausserdem hat nicht automatisch jeder genug Geld, um eine Software zu kaufen.

Für die meisten von Euch sind vielleicht Programme wie Adobe Photoshop oder Adobe Lightroom gängige Softwares. Ich persönlich arbeite mit Adobe Lightroom, da ich die Benutzeroberfläche sowie die Möglichkeiten der Software sehr benutzerfreundlich und als angenehm empfinde. Ganz kurz möchte ich unten stehend auf die Vor- und Nachteile von Adobe Lightroom und Adobe Photoshop eingehen.

Adobe Lightroom:

 Vorteile 

  • Alle Bearbeitungsschritte werden in einer Datenbank abgespeichert. Die Originaldatei wird dabei nicht verändert.
  • Lightroom ist für Einsteiger/Anfänger leichter anzuwenden als Photoshop. Dafür ist der Funktionsumfang eingeschränkter. 
  • Für Fotografen ist die Funktion der Web-Galerie, bei der man die Fotos mit dem Programm sofort online stellen kann sehr hilfreich. 
  • Die Filtermöglichkeiten zur Auswahl von bestimmten Fotos in einer großen Menge in Lightroom sind umfassend und leicht zu bedienen 

Nachteile

  • Lightroom optimiert den Workflow bei grossen Fotobeständen. Wer nur wenige Fotos besitzt, oder nur wenige bearbeitet, der sollte sich den Kauf der Software ersparen. 
  • Die Video-Funktionen sind eher gering. 
  • Die Ordnerstruktur (Ablageordner der Fotos) sollte wenn möglich nicht verändert werden, da Lightroom die Bilder nicht mehr finden kann und somit keine Bearbeitung mehr möglich ist. (Der Dateipfad stimmt mit der Datenbank nicht mehr überein)
  • aufgrund der Größe lässt sich die Datenbank oft nur noch auf einer externen Festplatten sichern.
  • Lightroom kann nur einige wenige Bilddateiformate anzeigen (JPEG, DNG, PNG, RAW). Alle diese Dateien müssen ausserdem zuerst in Lightroom importiert werden. 
  • Das Programm ist insgesamt nicht besonders schnell
Tipps für Anfänger Blume
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Adobe Photoshop

Vorteil

  • Photoshop ist eines der besten Bildbearbeitungsprogramme
  • es weist einen viel größeren Funktionsumfang auf, als viele andere Programme. 
  • bietet wesentlich präzisere Funktionen, die man auch in Verbindung optimal anpassen kann (z. B. Auswahlfunktionen, die man anschliessend mit dem Bereichsreparaturwerkzeug, etc. bearbeitet
  • zahlreiche Symbole sind in Camera RAW in Photoshop verständlicher und ergonomischer

Nachteile

  • Photoshop wurde ursprünglich nicht für Fotografen geplant, sondern für Designer, Grafiker, Illustratoren etc. 
  • Die wenigsten Benutzer nutzen die vielen Funktionen wirklich aus. Das Programm taugte bei vielen Nutzern eher für das eigene Prestige als für die Arbeit mit Fotos. 
  • Wer als Fotograf nicht extreme Veränderungen/Korrekturen/ Retuschen vornehmen will, benötigt nicht unbedingt Photoshop. 
  • Photoshop ist für Anfänger definitiv schwerer anzuwenden als Lightroom. 
  • Es bietet sehr viele Befehle und Funktionen für Anfänger. Allerdings kann es genau hier unübersichtlich werden. 

Als Alternative zu Photoshop und Lightroom kann zum Beispiel die Gratissoftware GIMP verwendet. Meiner Erfahrung nach kann ich GIMP allerdings nicht empfehlen, da die gewöhnungsbedürftige Aufteilung in mehreren Fenster und Toolbars verwirrend oder umständlich sein kann. Wobei man hier sagen muss, dass der Funktionsumfang, welchen GIMP bietet, nicht schlecht ist. Auch zu beachten ist, dass ich GIMP seit Jahren nicht mehr verwendet habe. Eventuell könnte mein Urteil hier also nicht ganz korrekt sein.

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Tipps für Anfänger Vlada Levy

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