Letztes Jahr, genauer gesagt im November überkam mich wieder einmal mehr die Lust, kreativ zu sein. Mir wurde damals gesagt: Warum malst du nicht wieder mal? Hab ich dann auch versucht, nur war das Resultat schwer mit Kunst zu vergleichen. Die grosse Nervenprobe beim Malen ist ja, dass wenn man zehnmal das Selbe Auge radiert hat, weil es einfach nicht gleich wie das andere aussieht, das Papier im Arsch ist. Und wenn man dann versucht, das Auge zum elften Mal zu zeichnen, sieht es aus wie eine auf Papier gebrachte Zuckung…

Ich entschloss mich also dem etwas einfacherem Kunstwerk nachzugehen: der Fotografie. Ich meldete mich auf meinem alten Account in der Modelkartei (ich bin dort als Fotograf angemeldet) an und suchte als nach Models in der Nähe, die kurz vor knapp noch Zeit hatten. Dort stiess ich dann auf Dako und schrieb sie an. Am 11. November trafen wir dann in Rorschach und gingen von dort aus zur Location. Da das Ganze etwas kurzfristig geplant war, hatte ich nicht sehr viel Zeit um alles vorzubereiten, weshalb beim Photoshooting etwas improvisiert wurde.

Mittlerweile habe ich die Angewohnheit entwickelt, eine „Aufwärmphase“ zum Beginn des Photoshootings durchzuführen – Nein, keine Turn- oder Atemübungen. Gewöhnlich fange ich mit Portraitaufnahmen an, um die Spannung etwas zu lösen. Gleichzeitig habe ich die Gelegenheit, um herauszufinden, was die Stärken und Gewohnheiten des Models sind. Wichtig hierbei zu sagen ist, dass etwa 75 % dieser „Aufwärmfotos“ nicht bearbeitet oder verwendet werden. Im Schnitt dauert diese Phase etwa 15 – 20 Minuten. Nach dieser Zeit ist man bereits mitten im Workflow und man weiss genau, wie man vorgehen muss, um ein schönes Bild zu machen.

Dako Haux by Chris Wunderlich
Dako Haux by Chris Wunderlich

Die Nachbearbeitung

Bei der Bearbeitung musste ich den Gelbstich vom Weissabgleich korrigieren, was sich leider als etwas schwierig erwies. Denn wenn das Foto auf dem Computerbildschirm korrekt angezeigt wird, jedoch auf dem Smartphone extrem gelb, kommt man schon leicht an seine Grenzen. Also habe ich als Erstes den Computerbildschirm erneut kalibriert und konnte dann die Blautöne hochstellen. Leider erbrachte diese Tat nicht den erwünschten Erfolg. Das Resultat war, dass ich herumexperimentiert habe, bis die Farben auf dem Display richtig dargestellt wurden.

Des Weiteren habe ich bei den Fotos die Belichtung etwas hochgeschraubt und den Kontrast etwas höher gestellt. Eine dezente Filmkörnung wurde bei manchen Fotos ebenfalls ergänzt. Zum Schluss wurden die Konturen noch etwas schärfer gemacht. Insgesamt haben wir 628 Fotos gemacht, wobei es 118 Fotos (inklusive Duplikate in Schwarz/Weiss) durch die Bearbeitung und Sortierung geschafft haben.

Dako Haux by Chris Wunderlich
Dako Haux by Chris Wunderlich
Dako Haux by Chris Wunderlich
Dako Haux by Chris Wunderlich
Dako Haux by Chris Wunderlich

Wie man in den bisherigen Fotos bereits erkannt hat, bevorzuge ich einen natürlichen Look mehr als eine Tonne Make-up. Auch was das Thema Retusche angeht, bin ich etwas heikel. Meiner Meinung sollte alles, was nicht länger als drei oder vier Wochen vorhanden ist (Pickel, Kratzer, etc.) retuschiert werden. Narben zum Beispiel sollten bleiben, da sie eine Geschichte erzählen oder zur Person gehören.

Model: Dako Haux
Kamera: Olympus Pen-F
Location: 4.5-Zimmer Geschosswohnung, Rorschach

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