Assassin’s Creed Odyssey

Die eigene Odyssee erleben

Das antike Griechenland ist bereits seit Kindesalter eine meiner Lieblingsepochen. Die Architektur, das Aussehen der Hopliten und natürlich die Mythologie. Helden wie Achilles, Perseus oder Herakles haben mich bereits damals schon fasziniert. Und noch heute lerne ich immer wieder etwas neues über diese Helden. Besonders Achilles fasziniert mich bis heute. Und zwar aus einem Grund: Er wusste, dass er in Troja sterben würde, wenn er Hektor tötet (Prophezeiung und so). Trotzdem folgte er Agamemnons Ruf und tat alles, um für immer „berühmt“ zu sein.

Als dann im Juni 2018 Assassin’s Creed Odyssey angekündigt wurde, konnte ich es kaum erwarten . Die Assassin’s Creed Serie ist dafür bekannt, dass sie die Landschaften und Städte so originalgetreu wie möglich darstellen. Früher haben sie sich sogar noch mehr Mühe gegeben, historische Ereignisse so detailgetreu wie möglich darzustellen. Obwohl das bei den neueren Titeln immer noch der Fall ist, kommt dies meiner Meinung nach weniger zu Geltung als früher.

Jedenfalls steht dem Spieler in Odyssey die gesamte griechische Halbinsel, kleinere Inseln sowie Kreta zur Erkundung frei. Das klingt nicht nur sehr gross, es ist zu Beginn auch etwas überfordernd, da man quasi mitten in die Welt hineingeworfen wird. Die vielen Details, die man an den diversen Orten findet, sorgen dabei für eine lebhafte und nicht langweilige, tote Welt.

Elysium

Storytelling und Setting

Die Handlung der Geschichte findet während des peloponnesischen Krieges statt, das heisst also von ca. 431 v. Chr. bis ca. 404 v. Chr. Das spannende an diesem Krieg ist, dass Athen, das für die Demokratie bekannt ist, sich gegen die Hegemonie von Sparta behauptet und somit das ganze Land in zwei Fronten teilt. Die Folgen dieses Konfliktes münden letztendlich in Alexander dem Grossen. Sein Vater, König Philipp II., eroberte Jahre später Griechenland und vereinte es unter einem Banner (Bis auf Sparta, weil sich Sturheit letztendlich doch bewährt). Aber das ist etwas weit ausgeholt und in der Zeit dazwischen fanden mehrere, ebenfalls wichtige Ereignisse statt, die die Eroberung durch König Philipp II. überhaupt erst möglich machten.


Wie es sich für eine griechische Geschichte gehört, ist die Handlung von Assassin’s Creed Odyssey nicht nur eine Irrfahrt (Odyssee von Odysseus), sondern auch ein Drama. Hier ein Mord, da eine schreckliche Enthüllung, da mal ein Freudenmoment, gefolgt von mehr Tragik – quasi ein auf und ab. Den Verlauf der Handlung kann man stellenweise selbst bestimmen, da man hin und wieder Entscheidungen treffen muss, deren Konsequenzen sich dann nicht nur in der griechischen Welt, sondern auch an einem späteren Zeitpunkt in der Geschichte zu erkennen geben. Durch die extrem grosse Spielwelt zieht sich die Geschichte logischerweise ziemlich in die Länge.

Der Palast von Knossos (Theseus und der Minotaurus)

Der peloponnesische Bund

Wie Ihr vielleicht wisst, verfügte Sparta über keine Mauer, welche die Stadt vor einer Belagerung geschützt hätte. Ein spartanischer König meinte einst zu den Mauern Athens, dass diese schön sind – für Frauen. Die Spartiaten waren der Meinung, dass ihre Soldaten ihre Mauern seien und der Bau einer Mauer aus Stein für Schwäche steht.

Anders als in Athen herrschten hier zwei Könige und keine Demokratie. Ein König war für die Innenpolitik zuständig, der andere für die Aussenpolitik. Neben den beiden Königen gab es noch die Ephoren. Ihnen wurde von den Königen Dinge wie die zivile Rechtsprechung sowie das Organisieren von Versammlungen und deren Debatten aufgetragen. Ausserdem waren sie auch für Verhandlungen mit aussenstehenden Delegierten verantwortlich. Während der Kriegszeit begleiteten immer zwei Ephoren den spartanischen König. Weshalb sie das taten, ist bis heute nicht ganz klar. Damit kein Machtmissbrauch entstehen konnte, wurden die Ephoren jährlich neu gewählt.

Sparta
Sparta
Sparta
Statue von Leonidas in Sparta

Der Stadtstaat Athen

Zur Zeit des peloponnesischen Krieges war Athen in seiner Blütezeit. Perikles erbaute das Parthenon und die Demokratie der Stadt war auf ihrem Höhepunkt.

Der attische Seebund, welcher 50 Jahre vor den Perserkriegen gegründet wurde, fungierte zuvor noch als freiwilliges Verteidigungsbündnis der griechischen Städte. Das änderte sich aber ziemlich bald nach den Perserkriegen. Der attische Seebund war mittlerweile zu einem reinen Machtinstrument Athens geworden und diente nur noch dem Ausbau und der Sicherung der Hegemonie Athens im Ägäischen Meer.

Darüber hinaus baute Athen die sogenannten langen Mauern. Diese umschlossen die Stadt Athen sowie den Hafen Piräus. Dadurch konnten die Athener vom Land aus nicht von ihrem Hafen getrennt werden.

Dem attischen Seebund gegenüber stand lediglich der peloponnesische Bund, welcher ein effektives Gleichgewicht darstelle. Da der attische Seebund das Ziel hatte, sein Herrschaftsgebiet auszuweiten, ging es nicht lange bis zur Auslösung des Krieges. Der erste peloponnesische Krieg (Quasi der Auslöser des Konfliktes) entstand, weil Theben, der nördliche Nachbar von Athen, sich dem peloponneischen Bund anschloss. Dies taten sie jedoch nur, weil sie Hilfe gegen Phokis (Phokis war ein Verbündeter Athens) benötigten.

Athen
Pantheon und Statue der Athena
Statue der Athene
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Kassandra oder Alexios?

Ob der Hauptcharakter männlich oder weiblich ist, kann hier der Spieler selbst entscheiden. Vom Hersteller vorgesehen wäre in Odyssey eigentlich Kassandra und nicht Alexios. Ob man nun Kassandra oder Alexios spielt, hat allerdings keine Auswirkung auf die Geschichte oder die Spielweise. Die Geschichte bleibt gleich, nur sind die Rollen halt entsprechend vertauscht – spielt ihr als Alexios, ist Kassandra eure böse Schwester. Spielt Ihr aber als Kassandra, ist Alexios euer böser Bruder. Wie gewohnt kann man das Aussehen – bis auf die Rüstung – des Protagonisten nicht verändern. Aus irgendeinem Grund hat man sich auch dazu entschieden, dem Spieler die Möglichkeit zur Benutzung eines Schildes nicht zu geben – ich meine, wenn man an einen antiken Griechen denkt, dann gehört ein Schild einfach dazu. Ausserdem gehörte der Schild damals zur Standardausrüstung eines Hopliten und war ein zentraler Bestandteil der Phalanx-Formation.

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