Shooting_Vlada_by_Chris_Wunderlich

Fotografieren in der Corona-Zeit

Zu Beginn der Corona-Zeit hatte ich wie geplant das erste Photoshooting mit Vlada. Das Zweite, welches eine Woche danach hätte stattfinden sollen, ist aus offensichtlichen Gründen abgesagt worden. Natürlich gibt es Fotografen oder Models, die während dieser Zeit trotzdem arbeiten – ich für meinen Teil bevorzuge es aber diese Krise ohne Krankheit durchzustehen. Und dasselbe empfehle ich auch Euch. Damit meine ich allerdings nicht, dass Ihr Klopapier bunkern und permanent Panik schieben sollt.

Natürlich kann man im Freien fotografieren, sofern man den vorgeschriebenen Abstand einhält. Aber auch dann besteht natürlich ein Risiko. Gleichzeitig kann man sagen, dass man sowieso davon ausgehen kann, dass ein gewisses Risiko sowieso immer besteht. Hier gilt meiner Meinung einfach der gesunde Menschenverstand.

Eine grosse Problematik für Models/Fotografen aus dem Ausland ist hier eigentlich offensichtlich: Buchungen/Fotoshootings werden abgesagt, die Unterkünfte haben teilweise zu oder sind nicht ewig verfügbar. Bei Vlada war dies zum Beispiel der Fall. Die meisten Buchungen wurden abgesagt, wobei sie gleichzeitig eine neue Unterkunft suchen musste (Sie hat mittlerweile eine gefunden). Dazu kam, dass Sie nicht mehr nach Hause fliegen kann und in der Schweiz festsitzt. Nicht nur kommen in solchen Situationen die Finanzen an ihre Grenzen, auch die psychologisch gesehen kann man mit Ängsten konfrontiert werden. Auch die Abwesenheit der Familie und Freunde ist für viele Personen ein grosses Problem.

Ich dachte, ich erwähne das hier Mal kurz, da die Eine oder Andere Branche eher selten zum Gesprächsthema oder in den Medien behandelt wird.

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Gedanke zum Tag

Jeder erwartet heutzutage etwas. Im Besten ein Fall ein Kind, aber darum geht es hier und jetzt nicht. Reden wir doch über die sozialen Erwartungen.

Viel zu oft erwarten wir von unserem Gegenüber zu viel. Sei es eine Hilfestellung, einen Grundsatz oder etwas, das für uns selbstverständlich ist. Oftmals steht der eigene Profit oder manchmal der Wunsch nach Bestätigung im Vordergrund. Wir erwarten, dass wir ernst genommen werden, dass man auf uns eingeht. Uns zeigt, dass wir wichtig sind. Doch vergessen wir aber oftmals, dass es unserem Gegenüber genau gleich geht. Auch er/sie wünscht sich vielleicht Unterstützung oder sucht nach Bestätigung.

Wie bereits gesagt, ist der eigene Profit schmackhafter, als jemand anderem zu helfen und dadurch geht so viel Zwischenmenschlichkeit verloren. Irgendeiner wird immer die Gutherzigkeit des anderen ausnutzen. Früher oder später wird die ausgenutzte Person jedoch feststellen, dass sich sein Weltbild mit der Realität nicht mehr im Einklang befindet.

Die moralisch korrekte Person würde nun sagen, dass die ausgenutzte Person weiter machen sollte – jedoch vorsichtiger mit seinem Angebot der Hilfe umgehen muss. Tja, das klingt zwar alles schön und gut, aber wie oft findet man heutzutage noch jemanden, der ohne zu zögern sein letztes Hemd hergeben würde? Wie oft werden gute Gesten ausgenutzt und mit welchem Recht erlaubt man sich dies zu tun?

Es geht nicht darum eine gut gemeinte Geste zu bezahlen oder in den Himmel hochzupreisen. Ich denke, man vielleicht öfter dankbar sein und sich selbst fragen, ob welchen Umgang man gerne erfahren würde. Nicht immer geht es um ein Quid pro quo oder eine Schuld, die durch die Annahme der Hilfe entsteht. Man sollte man es als das ansehen, was ist: als ein Zeichen der Wertschätzung und vor allem, ein Sinnbild der Zwischenmenschlichkeit.

Dennoch erwarten wir, dass man uns, ohne zu zögern hilft. Wir erwarten es, und wenn es nicht so kommt wie gewünscht, sind wir beleidigt oder wütend. Man sieht vielleicht den Grund nicht, warum man keine Hilfe bekommt. Man versucht nicht, sich in das Gegenüber hineinzuversetzen, denn das würde bedeuten, dass man vielleicht einer Person zu nahe treten könnte.

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Hoch-/ oder Querformat?

In welchem Format ein Objekt am schönsten zur wirkt, ist von verschiedenen Aspekten abhängig.
Wenn ich zum Beispiel einen Raum fotografiere, der grosszügig und offen erscheinen soll, lohnt sich das Querformat in den meisten Fällen mehr. Ausnahmefälle können hier Räume mit einer hohen Decke sein (Wie zum Beispiel eine Kirche). Wenn ich aber ein einzelnes Objekt wie einen Stuhl oder einen Baum fotografieren will, dann liefert das Hochformat ein besseres Resultat ab.

Bei der Personenfotografie kommt es sehr stark darauf an, was man dem Betrachter des Bildes zeigt. Bei einem Porträtfoto kann fest mit Hoch/- oder Querformat «gespielt» werden. Ehrlich gesagt, kann ich diesbezüglich keine knallharten Fakten nennen, da ich ehrlich gesagt mehr darauf achte, was mir gefällt.

Wie es aber bei der Fotografie der Fall ist, muss das jeder für sich selbst entscheiden.

PS:

Ja, dieser Beitrag wurde vor etwas längerer Zeit geschrieben, leider war ich aber aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage den Beitrag zu veröffentlichen.

Credits

Model: Vlada Levy
Kamera: Olympus Pen-F
Location: Studio/Zimmer, Arbon

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